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Nachruf für Sophie Heckel

Am 28. Mai 2014 ist unsere liebe Sophie Heckel verstorben und am 9. Juli haben wir auf dem Rochusfriedhof ihre Asche zu Grabe getragen. Sie war für uns in St. Kunigund sehr wichtig, auch wenn sie immer der Meinung war, das was sie tut sei nichts Großes und nicht wichtig.

Wir werden wahrscheinlich erst im Laufe der Zeit realisieren, wo sie überall fehlt  - mit ihrem Gebet, ihrem einfach nur Dasein, mit ihrem Humor.

Bei unserem Pfarrfest haben wir es das erste Mal gemerkt, wie sie fehlt.  Nicht dass sich nicht jemand gefunden hätte, der mit Frau Kindsvater zusammen den Abwasch gemacht hat – nein, es war einfach ihr Lachen, ihr Elan, ihr Witz, ihr aufmunterndes Wort, ihr ausgleichendes Wesen, was gefehlt hat.

Sie fehlt uns bei der sonntäglichen Meditation mit ihrem einfach nur Dasein, das uns mitgetragen hat. Ihr Platz ist jetzt leer, aber sie ist immer mit uns, wir nehmen sie mit hinein in unser Gebet.

Sie fehlt uns bei unseren Gottesdiensten wenn sie die Hostienschale zum Altar gebracht hat. Es ist nicht, dass es jetzt niemand mehr gäbe, der diesen Dienst tut – nein, es fehlt ihr trippelnder, manchmal auch etwas schwankender Gang, ihre Demut und Freude, mit der sie zum Altar gegangen ist. Ihr Platz in der Bank neben Schwester Irene ist jetzt leer und sie fehlt ihr besonders.

Sie fehlt sicher auch den Comboni-Missionaren, die sie immer so gut mit Kuchen versorgt hat. (Apfelkuchen/Boskop).

Sie wird uns fehlen bei unseren nächsten Exerzitien im Alltag, durch ihre so passenden, treffenden und so tief gehenden Worte, die uns immer sehr berührt haben. Auch wenn sie immer der Meinung war, sie könnte nicht richtig reden und ihre Gedanken nicht so gut formulieren. Nein, sie war für uns ein großer Schatz.

Wir erinnern uns noch gut an ihre Worte bei der Anhörrunde, wo es darum ging, wie unsere persönliche Situation im Moment ist. Da hat sie in ihrer ihr eigenen Art gesagt: „Ich bin zufrieden und warte jetzt nur noch darauf, dass ich eines Tages tot aufwach“. So einfach war es ja dann doch nicht mit dem tot aufwachen. Sie musste nochmal eine große Übung, man kann auch sagen Exerzitien, in Sachen Geduld machen, bevor sie endlich an ihrem Lebensziel angelangt ist.

Auch dieses geduldige Aushalten und Warten, ohne daran zu verzweifeln, ihrer letzten Wochen, hat uns alle sehr beeindruckt und viele Menschen aus unserer Gemeinde haben sie immer wieder besucht.

Wir wissen sie jetzt in Gottes Hand und schließen sie ein in unser Gebet.

Karin Tröster

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Frauenkreisfahrt nach Donauwörth am 5. Juli 2014

Der Bus des Frauenkreises mit unserem altbewährten Fahrer „Hans“ startete diesmal zur Besichtigung Donauwörths. Die ehemalige Freie Reichsstadt am Zusammenfluss von Donau und Wörnitz, war in alter Zeit strategisch wichtig zu Wasser und zu Land.

Mit Donaubrücke, Hafen und den durchziehenden Straßen hat die ehemals Freie Reichsstadt in der Geschichte eine große Rolle gespielt.

Die Romantische Straße, der Donauradweg, der Jakobsweg, die Via Romera und die alte Römer-straße Via Claudia Augusta führen auch heute noch viele Radwanderer und Touristen in den Ort. 

Das Stadtwappen zeigt ein W, das den alten Namen Werd repräsentiert. Um 1000 erhielt Werd das Markt-Münz und Zollrecht. Kaiser Karl V. verlieh, jetzt „Schwäbischwerd“ genannt, den schwarzen Doppeladler, der heute noch das Stadtwappen ziert. Nach dem „Kreuz- und Fahnengefecht“, einer Auseinandersetzung zwischen Protestanten und Katholiken, verhängte Kaiser Rudolf II zur Strafe 1607 die Reichsacht über den Ort, der Ortsname wurde zu Donauwörth und viele wanderten ab. Das sollte man doch beibehalten, Religionskriege so zu sanktionieren, damit die Menschen zur Besinnung kommen und Toleranz üben lernen!

Durch die geologische Lage konnte Donauwörth nicht unbegrenzt wachsen. Einerseits sind die Donauauen immer wieder überschwemmt, und auf der anderen Seite engt der Schellenberg den Ort ein. Dieser Berg, noch zum fränkischen Jura gehörend, hat viele Karsthöhlen, teils gefüllt mit Wasser und versetzt mit Lehmschichten. Deshalb wandert der Baugrund, die Häuser  bekommen Risse. Mit moderner Bautechnik kann man dem begegnen und so fällt jetzt das „Parkgebiet“ am Schellenberg durch individuelle, teuere und vereinzelt stehende neuere Gebäude auf.  

Donauwörth wird die „Stadt der Käthe Kruse Puppen“ und  „Hubschrauberstadt Europas“ genannt.Käthe Kruse floh nach dem 2. Weltkrieg hierher und heute noch werden nur in Donauwörth die wertvollen Puppen von Hand gearbeitet. Die Firma Airbus Helicopters ist der größte Arbeitgeber. Hier werden Hubschrauber gebaut, entwickelt, gewartet und Piloten ausgebildet. Bis auf  Universität sind in Donauwörth alle erdenklichen Schulen in der Stadt selbst vertreten.  Die 19.000 Einwohner leben in einer liebreizenden Stadt an den Flüssen, denn die Wörnitz teilt sich noch vor der Stadt und umfasst die Insel Ried, die Keimzelle des Ortes.

Donauwörth zeigte sich uns sehr gepflegt. Nach der Zerstörung im April 1945, die mit 75% ähnlich gewaltig war wie die Zerstörung Nürnbergs, wurde der Wiederaufbau an der Reichsstraße gestartet. Man hat – wie in Nürnberg auch – die historischen Grundrisse und Giebelformen beibehalten, um das alte Stadtbild wieder aufleben zu lassen. Auffallend sind der durchwegs gute Zustand der Häuser und die Auflockerung durch Brunnen und Grünzüge, sogar mit Kräutergarten und Freilichtbühne.

Neben der Reichsstraße begrenzt vom Rathaus und Münster ist noch das westliche Stadtviertel interessant. Hier steigt das Gelände weiterhin sanft an und am höchsten Punkt der Stadt thront die barocke Wallfahrtskirche Hl. Kreuz mit kleinem Friedhof drumherum.  1029 brachte Mangold I. von einer Konstantinopelreise, nicht wie beabsichtigt eine Braut, sondern einen Partikel des Kreuzes Christi, nach Donauwörth. Es gibt ein Echtheitszeugnis, dass dieser Splitter vom Kreuz das die Hl. Helena geborgen hat, sei. An der Mangoldsburg baute man für den Schatz eine Kirche mit Kloster. Später, 1720 wurde dann die große barocke Kirche mit der tiefer gelegenen Wallfahrtskapelle errichtet in der die Kreuzreliquie in einer riesigen Monstranz zu sehen ist. Jeden Freitag wird mit einem Gottesdienst diese Reliquie geehrt. Aufgrund der Beziehung zum Orient sind  auf allen Türmen der Stadt  die Kreuze mit Doppelbalken zu sehen. 

Am Platz vor der Wallfahrtskirche steht ein Denkmal für „Onkel Ludwig“. Das erinnert an Ludwig Auer, einen Lehrer aus der Oberpfalz, der 1839 – 1914 lebte. Er war beseelt von dem Gedanken, Mädchen den Weg zur Bildung zu ebnen. Er erstand das halb verfallene Kloster und begann einen Buchdruckverlag aufzubauen. Die Zeitschrift „Monika“ und Schulbücher aus dem Auer Verlag dürften vielen ein Begriff sein. Leider ist der Verlag seit kurzem geschlossen.

Durch sein erfolgreiches Schaffen hat Ludwig Auer das Kloster vor dem Verfall gerettet. Seine Stiftung ermöglicht heute noch Kirche und Klosterbau zu renovieren und zu erhalten.

In der Grabkapelle Ludwig Auers  stießen wir auf seinen Wahlspruch:„Alles für Gott  -  Alles durch Gott  -   zum Wohle der Menschen, für die Jugend“ 

Es gäbe ja noch so viel zu berichten.... deshalb empfehle ich: Donauwörth ist eine Reise wert 

Heimwärts hielten wir in Rudletzholz bei Heideck. Die winzige St. Martinskirche war der Ort für unsere Andacht. Getragen von Gedanken des 73. Psalms: Das scheinbare Glück der Frevler betrachteten wir besonders den Schlusssatz des Psalms der lautet: Gott nahe zu sein ist mein Glück! 

Nach der Einkehr im gegenüberliegenden Dorfgasthof „zu den drei Linden“  rollten wir mit dem für diesen Kreis üblichen Te Deum auf den Lippen voll Dankbarkeit nach Hause. Dankbar für den wunderschönen Tag, das gute Wetter und die bewährt gute Organisation freuen wir uns auf ein „Nächstes Mal“.

 Johanna Stengel

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Studienfahrt nach Regensburg am 7. Juli 2013

Ein Bus voller unternehmungslustiger Frauen aus der Gemeinde St. Kunigund mit Freundinnen, Ehemaligen und Zugereisten starteten heuer zu einer Tour nach Regensburg. In der alten Römerstadt ließen wir uns von Stadtführerinnen aus der alten und jüngsten Geschichte erzählen. Die Lage am Fluss war schon immer der Impuls, der die Bedeutung Regensburgs ausmachte. Die ganze Altstadt wird von der Unesco als Weltkulturerbe gewürdigt.

Die Römergarnison, von der noch die wuchtige Porta Praetoria zeugt, die alte Wurstkuchl als Verpflegungsstation am Fluss, die Türme der Kaufmanns­stadt, das Rathaus, die Klöster oder der mächtige Dom St. Peter - alles zeugt von regem Leben an dieser Stelle. Die Lage an der Wasserstraße Donau war dem Handel sehr dienlich und begründete den Reichtum der Kaufleute. Die einfache Verbindung über den Wasserweg nach Wien förderte das politische Gewicht Regensburgs. Somit wuchs die Stadt zur zweitgrößten (nach Köln) heran und wurde 1245 sogar zur freien Reichsstadt.

Der Handel brachte Reichtum, der durch den Bau eines Turms zum Ausdruck gebracht wurde. Die Kaufmannsfamilien zeigten somit  an „steinreich" zu sein, denn ein übliches Haus wurde höchstens mit einem Erdgeschoß in Steinbauweise errichtet, die übliche Bauweise war Fachwerk oder Holz. Einige dieser „Geschlechtertürme" genannten Turmbauten prägen heute noch das Stadtbild Regensburgs und zeigen die Lage der Kaufmannsstadt. Daneben das Rathaus, Zentrum der politischen Macht in der Stadt. Es beherbergt heute noch den Saal in dem nach dem 30-jährigen Krieg der „Immerwährende Reichstag" tagte. Heute kann man hier noch den „Grünen Tisch" und die „lange Bank" sehen, deren Erwähnung zum Begriff geworden sind. Es legt Zeugnis dafür ab, dass man der kriegerischen Ausfechtungen müde war und lieber in langen Verhandlungen versuchte, sich politisch zu einigen. Der diplomatische und höfische Betrieb brachte damals auch das erste Kaffeehaus nach Wiener Vorbild nach Regensburg. Die Ansiedelung des Fürsten geht ebenfalls auf diese Zeit zurück.

Der mächtige Dom St. Peter, der die klerikale Bedeutung Regensburgs ausdrückt, und die sich in 9 Bögen über die Donau schwingende, wuchtige „Steinerne Brücke" sind die Wahrzeichen der Stadt schlechthin. Von der Steinernen Brücke herab erkannten wir auch noch die Spuren des jüngsten Donauhochwassers.

Nach den Ausführungen der Stadtführerinnen spazierten wir in kleinen Gruppen durch die Altstadt und genossen das besondere Flair Regensburgs. Ob Dom, die engen südlich anmutenden Gassen, die eleganten Geschäfte, die Klosterkirchen oder das Fürstenschloss, jede erlebte die Stadt anders.

Am Spätnachmittag trafen alle, wieder am Bus ein und wir starteten nach Beratzhausen. Hoch über dem Ort, in der Wallfahrtskirche Maria Hilf kamen wir zur traditionellen Dankandacht zusammen, die von unserem Führungsteam wieder liebevoll zusammengestellt war. 

Viele erstiegen den Berg zu Fuß und genossen unterwegs die charakteristische Landschaft der Oberpfalz, die durch einen Schäfer mit seiner weidenden Herde auf dem Steilhang malerisch betont wurde.

Bevor wir nach diesem schönen Tag den Bus verließen, sangen wir das Te Deum als Zeichen unserer Dankbarkeit für den wunderschönen Tag, die sichere Fahrt, das herrliche Wetter, die Erlebnisse und die Gemeinschaft. Wir danken auch dem Führungsteam des Frauenkreises, das diesen Ausflug geplant und organisiert hat. Im nächsten Jahr werden wir Donauwörth als Ziel haben und freuen uns schon darauf.

Johanna Stengel

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