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Familienwochenende in Schwarzenberg

„Die heilsame Kraft des Glaubens“

Das diesjährige ökumenische Familienwochenende vom 17. – 19. Oktober stand unter der Überschrift „Die heilsame Kraft des Glaubens. Entlang der Bibel und der Franziskusgeschichte“. Altbekannte Gesichter der letzten Jahre und erfreulich viele (neugierige) neue Teilnehmer ließen sich wieder auf eine gemeinsame Zeit im Kloster ein. Dieses Jahr gesellte sich zu den Teilnehmern aus St. Peter und St. Kunigund auch eine Familie aus Gustav-Adolf. So wurde unsere Ökumene noch bunter! 

Das Wochenende begann am Freitagabend mit dem Abendessen und einer Einstimmungs- und Kennenlernrunde. Die anschließende Lichterprozession mit vielen Kerzen durch den nächtlichen Klostergarten und die dunkle Kirche ließ uns dann endgültig ankommen und die Hektik der vergangenen Woche abwerfen. Beim geselligen Beisammensitzen im Klosterkeller wurden Bekanntschaften vom letzten Jahr aufgefrischt und neue geschlossen. Vor allem die Kinder fanden sich schnell zu gemeinsamen Aktivitäten.

Am Samstagvormittag beschäftigten sich die Erwachsenen unter der Leitung von Pater Josef  mit biblischen Heilungsgeschichten. Bewegt hat uns die Geschichte des Gelähmten, dessen Freunde ihm helfen wollten, wieder gesund zu werden. Sie glauben so hartnäckig an Jesus, dass dieser davon beeindruckt ist und den Gelähmten um dieses starken Glaubens seiner Freunde willen heilt. Wir sehen darin, dass wir im Leid nicht alleine dastehen, sondern uns helfen lassen dürfen. Und wir besprachen miteinander z.B. anhand der Geschichte des Blinden Bartimäus aus dem Markusevangelium, was wir alles loslassen müssen, um von Jesus Heilung und Stärkung zu bekommen. Der Blinde in der Geschichte warf seinen Mantel, der ihm Schutz gab, ab, um zu Jesus zu laufen.

Schwester Luitgard betreute in dieser Zeit die Kinder, so dass wir Erwachsenen uns ganz auf das Thema einlassen konnten. Das wunderschöne sonnige Herbstwetter lockte schließlich alle in den Klostergarten, sei es zum Nachdenken oder zum Herumtoben. Wie immer genossen wir die traditionell gute Küche des Klosters.Beim gemeinsamen Ausflug am Nachmittag wanderten wir ein Stück auf dem „Oasenweg der Sinne“ bei Münchsteinach. Anschließend besichtigten wir die romanische Abteikirche in Münchsteinach. Das Münster der ehemaligen Benediktinerabtei wird heute als evangelische Kirche genutzt. Wir bestaunten vor allem die wunderbaren Kapitelle (oberen Abschlüsse der Säulen) aus dem 12. Jahrhundert, die Adler, Löwen oder verschiedene Muster aufwiesen. Im Klosterhof lud ein kleiner, feiner biblischer Garten zur Entdeckungsreise ein. Hier wuchsen verschiedene Pflanzen, die in der Bibel erwähnt sind. Bei herrlichem Sonnenschein und milden Temperaturen genossen wir den mitgebrachten Nachmittagskaffee am nahe gelegenen Spielplatz.

Am Samstagabend machte es sich ein Teil der Gruppe im Klosterkeller gemütlich. Einige spielten Gemeinschaftsspiele, während andere zu Gitarre, Trommeln und Percussion sangen. Wieder andere genossen einfach nur still die wunderbare Gemeinschaft. Einige besuchten das Geistliche Spiel über den in Auschwitz ermordeten Franziskanerpater und Heiligen Maximilian Kolbe in Iphofen. Bei dieser beeindruckenden Aufführung wirkte neben anderen Laienschauspielern auch unser Pater Josef mit.

Am Sonntagvormittag besuchten wir gemeinsam den Gottesdienst in der Klosterkirche. Die Kinder brachten mit Pater Josef symbolische Gegenstände zum Altar, was uns gut tun und uns heilen kann: ein Weinblatt für die Natur, einen Verband für Medizin, eine Bibel und  Wasser vom Jordan für die heilende Kraft Gottes, einen Ball für das Zusammensein mit anderen Menschen, und anderes mehr.

Danach gingen wir noch einmal der Frage nach, wie der Heilige Franziskus mit Leid umgegangen ist. Er schrieb in der Zeit seiner ärgsten körperlichen Leiden den Sonnengesang – ein Loblied auf die Schöpfung. Können auch wir unser Leid und unsere Sorge so aushalten und annehmen? Können wir unseren Kummer Gott übergeben und daraus Veränderungen für unser Leben beginnen, die uns heilen?

Viel zu schnell verging die Zeit, und Sonntagmittag nach dem Mittagessen hieß es schon wieder Abschied nehmen. Ein wunderbares, erholsames, stärkendes Wochenende ging zuende und gab uns allen viel Kraft mit für den Alltag. Wir durften uns vom klösterlichen „All Inclusive“ verwöhnen lassen, was vor allem die Familienköche sehr schätzten. Wir haben Gemeinschaft und Glauben erlebt, viel Spaß gehabt und die herrliche Umgebung des Steigerwalds genossen. Und so heißt es auch dieses Mal wieder: Nächsten Herbst in Schwarzenberg!


Agnes Scholla